Sonntag, 13. Oktober 2013

Wenn ihr eure Augen ...

„Wenn ihr eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen,
werdet ihr sie gebrauchen, um zu weinen.“
Jean-Paul Sartre

Sonntag, 1. September 2013

Seele

Wenn wir eine Seele haben,
Besteht sie aus der Liebe, die wir teilen.
Ungetrübt von Zeit,
Losgelöst vom Tod.

Zitat aus dem Film Oblivion

Mittwoch, 28. August 2013

Jede Gabe ...

Adalbert Stifter: “Jede Gabe ist ein Geschenk Gottes, der Charakter aber ein Produkt der eigenen Seele, weshalb Gaben entzücken, Charaktere aber geliebt werden.“

Dienstag, 27. August 2013

Freiheit in der Bindung

Mein Heilpraktiker hat mir mal gesagt, die richtige Freiheit könne man nur in der Bindung erleben. Ist das nicht ein Widerspruch? Wie kann das sein?

Aber ist es wirklich die absolute Freiheit, wenn man tun und lassen kann wann und wo man immer will, ganz unabhängig von anderen Menschen? Ist man dann nicht gewissermaßen Untertan seiner selbst, vielleicht getrieben? Man steht ständig in seiner eigenen Verantwortung ohne gebunden zu sein an andere Menschen.

Wenn ich mich so zurückerinnere, dann waren es tatsächlich die Zeiten starker Bindung, wo ich mich am freisten gefühlt habe. Als Kind ist man abhängig und gebunden wie wohl zu keiner Zeit im Leben danach – und gerade da hatte ich das Gefühl, alles machen zu können, unbekümmert, behütet. Vielleicht ist völlig frei sein und sich völlig frei fühlen Zweierlei? Und später in der Partnerschaft habe ich ein intensives – wenn auch anders begründetes – Gefühl der Freiheit und innerer Entspannung erlebt.

An der Psychologie habe ich Aufnahmen gesehen von Affenmutter und -baby. Das Affenbaby hat sich an die Mutter geschmiegt und nach einer gewissen Zeit hat es den Raum erforscht (exploriert). Dann kam der Zeitpunkt, wo es wieder zur Mutter lief und sich an sie klammerte, Sicherheit suchte (also Bindungsstreben). So ging das immer dahin. Ohne Mutter aber, ohne deren Sicherheit, saß es in einer Ecke und hatte nur Angst.

Bindung scheint so eine Art Energie und Mut in uns zu entfachen, um gelassen die Freiheit zu erleben.

Ich glaube, dass wenn ein Mensch tiefen Glauben an Gott erlangt und damit Vertrauen, genauso diese Freiheit und Leichtigkeit erleben kann.

Weitere Stichworte dazu:
* Bindung der Gegensätze. Etwas scherzhaft gemeint: “ Gegensätze ziehen sich an, bis sie merken, dass sie sich abstoßen.“
* Geringste Bindung: egal, Gleichgültigkeit - dazu Reis-Experiment von Emoto mit drei Gläsern: Dummkopf, Dankbarkeit und Ignoration (selbst zu prüfen)

Sonntag, 11. August 2013

Manche Dinge ...

Manche Dinge machen mehr kaputt als sie zerstören
– aber besser nie als gar nicht …

Samstag, 10. August 2013

Wieder werden wie ein Kind...

Wenn das Wort dem Gedanken vorauseilt
Und das Urteil dem Verständnis,
Wenn die Tat der Idee zuvorkommt
Und das Belehren vor der Erfahrung...
Kann es dann sein, dass der Kopf größer geworden ist, als das Herz? Ist dem so, dann könnten wir in dem Moment ja innehalten und uns zurückbesinnen,  dass wir gar nicht so groß sein müssen, dass es sich vielleicht viel besser anfühlt, ganz still zu werden, in die eigene Mitte zu gehen und einfach zuzuhören, was da ist.
Wärme, Einfachheit, Liebe.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Erst am Anfang ...

Leben ...
Der da glaubt, er ist schon weit,
Begann doch erst zu wandern.
Und so glaubt er schon zu wissen,
Doch steht er erst am Anfang.

Denn Leben ist ein weites Land,
Größer, als ein Mensch kann forschen.
Und die Erde hat mehr Farben,
Als ein Auge könnte sehen.

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Ver.1
Wenn man glaubt, man ist schon weit,
Hat man erst begonnen zu wandern.
Wenn man glaubt schon alles zu wissen,
Steht man erst am Anfang.
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Sonntag, 12. September 2010

Von einem kleinen Zweifling

Ein kleines Pilzgedicht

Bunt ist all die Pracht der Hüte
Und die Bestimmung reichlich schwer
Doch die Freude an der Speisegüte
Treibt den Sammler immer sehr.

Ist ein Fleck gefunden,
Mit Überschwang an Pilz,
Steht der Sammler da wie angebunden
Mit seinem breiten Hut aus Filz.

Hurtig aufgeschlagen ist das dicke Buche,
Das als treuer Wegbegleiter immer gern dabei,
Und es beginnt die gespannte Suche,
Sei dies nun ein Hexenröhrling oder -ei

Die Zeit vergeht, die Seiten knistern,
Der Freund, er bietet seinen Ratschlag an.
Voll Denkerfalten meint der Filzhut nun mit einem Flüstern,
Dass er den nun gar nicht recht bestimmen kann.

Ein Vogel lacht von drüben
Ein Sonnenstrahl erhellt den Wald
Man sieht zwei Burschen, die noch weiterüben,
Sie werden's schon mal können -- später oder bald.

:-) 

Montag, 1. September 2008

Der Nawumba

(...)
"Das ist ein Beutel mit kleinen weichen, lieben Dingen
Wenn du magst kannst du dich da reinkuscheln und bist geschützt vor allen bösen Dingen in der Welt, da kann dir niemand was anhaben.
Wenn jemand einmal einen Nawumbasack bekommen hat, möchte er ihn nie wieder hergeben. Wenn man sich in den Nawumbasack eingewickelt hat, sieht man auch nur mehr alles Gute.
Aber der ist gar nicht neu, den gibt es schon sehr lange."

Ursprünglich kommt der Nawumba von meinem Heimatplaneten. Dort hat man viel Zeit. Zeit ist dort eine willkommenes Gut im Überfluss und man verwendet sie auch mit großem Respekt. Mein Urgroßvater hat dort einen solchen Nawumba geschnitzt. Zuweilen sagte man zu so manch handwerklicher Kunst Schnitzen, auch wenn es nicht direkt etwas mit Schnitzen zu tun hatte. Aber man mochte das Wort einfach. Mein Urgroßvater hat wunderbare Nawunbas geschnitzt und einen davon hat er mir gegeben, eines Tages, als der goldene Wärmeschatz sich noch hoch gen Himmel hob. Wir saßen damals zusammen auf der Weißholzbank und sahen in die weite Degesche, vor der unser tiefblauer Quanuk lag, in dem wir uns manchmal abkühlten, wenn der Tag sich von seiner heißeren Seite zeigte. Mein Zuhause war groß, sehr groß, aber jeder hatte eben soviel, wie er sich wünschte - denn Platz war ja mehr als genug da. Mein Planet war gütig zu den Menschen, weil die Menschen gütig und liebevoll zu ihm waren. Die Natur war ihr Freund, genauso mochte die Natur ihre ehrlichen Bewohner.
Etwas verträumt blinzelte ich seinen Rauchkunstwerken nach, die sich im Licht des angehenden Tages langsam zerstreuten, nachdem sie von seiner Berberholzpfeife in die Höhe gestiegen waren. Mein Urgroßvater - man muss wissen, dass die Menschen auf meinem Planeten viel älter geworden sind, als man es sich heute so allgemein vorstellt - sah mich mit seinen munteren Augen tief und herzvoll an und reichte mir voll Freude einen kleines Gebinde, das er aus seinem weiten Mantel zog. Mein Urgroßvater war ein einfacher Mann und machte nie viel Aufhebens; auch nicht wenn es sich um große Dinge handelte. Und zweifellos zählte dies zu den großen Augenblicken meines Lebens.
"Der ist für dich. Weißt du was das ist?"
"Nein", erwiderte ich.
"Dann will ich dir eine kleine Geschichte erzählen. Er bekam seinen Namen von den Alten, die noch die ewige, die ursprüngliche Sprache, gebrauchten. Sie nannten ihn Nawumba; heute würde man dieses Wort mit "leuchtender Federtanz" umschreiben. Die Menschen haben damals entdeckt, dass sie ihre Gefühle in bestimmte Dinge legen konnten; dass sie also etwas schaffen konnten, das gute Gefühlskräfte weitertrug und in sich große Kraft vereinte. Man übte sich in diesen Dingen und schuf so in einer Vereinigung von Geist und Handwerk wunderbare Dinge. Man konnte, wenn man genau hinsah, sogar ein feines Leuchten von diesen Gegenständen ausgehen sehen. Das wunderbarste, was man aber schuf, war dieser "leuchtende Federtanz", der Nawumba. Dies war das Meisterstück der Alten. Man kann sagen, dass sich der lodernde Ball des Wärmeschatzes selbst in ihm befand, ohne zu verbrennen, ohne zu blenden, und jeder, der ihn in der Hand hielt, spürte seine schützende Kraft in sich aufsteigen. Nur ein Mensch voll tiefgründiger Liebe konnte den Nawumba zu seiner Vollendung bringen und es begann der Brauch, dass man ihn weitergab an Menschen, die einem wichtiger waren als alles in der Welt, die man über alles liebte. Und man legte all die Liebe zu dem Menschen hinein, während man am Nawumba arbeitete, all die guten Gedanken, die man für diesen besonderen Menschen hegte. Und wenn dieser dann in all seiner Einzigartigkeit vollendet war, legte man den "leuchtenden Federtanz" seinem innig Verbundenen in die Hand, mit einem tiefen Seelenblick."

20.09.2007

Die Welt, wie wir sie sehen ...

~~~ ~~~ ~~~ ~~~ ~~~ ~~~
Das Auge ist es nicht,
Das die Welt hier sieht.
Sie spiegelt sich im Licht,
Das vom Betrachter flieht.

Die Worte sind es, die beschreiben
Der Geist ist es, der es belebt
Erinnerungen, die da bleiben
Mit Gefühlen fein verwebt

Hell und sanft malt nun
Der Pinsel des Großen Malers.

Hell und warm
zur Weinachtszeit.
~~~ ~~~ ~~~ ~~~ ~~~ ~~~

22.Dez'05

Sonntag, 31. August 2008

Sternennacht - des Mondes Macht

Wieder sieht er auf die Erde nieder
Sieht die Gedanken zieh‘n, es kommen Lieder
Wie sie auf den Menschen wirken
Mal schwarz, mal weiß wie Birken
Schneegestöber

Klares Weiß bedeckt das Land
Als wäre es von Kristallen ‐ so fein wie Sand
Er liebt es, sein leuchtend Blau im diesem Weiß zu sehen
Träume sind es, die nun auf die Reise gehen.
Bunte Tücher

Sie wehen durch die weiße Nacht
Ein Vogelruf, so leis‘ und sacht,
Als ob er Ehrfurcht zeige
Und sich vor der Stille neige.
Flügelschlagen

Der alte Kauz erhebt sich in das helle Dunkel
Vereinzelt sieht er Lichter noch im Tal
Im Fluss gewahrt er einen Wohlbekannten.
Zufrieden zieht er seinen großen Kreis.
Des Mondes Lichtgeschenk

Liebe ist es, die Ihn verbindet mit der Erde ‐
Dieselbe, die für alles sorgt, was werde.
So streckt er seine feinen Lichterhände
Aus bis ins entlegendste Gelände.
Gedankenseide

Eine Frau blickt durchs Fenster
Auf zu ihrem alten Freund.
Mit den hellen, tiefen Augen
Fängt sie geschickt die feine Seide.
Zeichen aus Papier

Was sind nun diese Zeichen,
die sie den Menschen bringt?
Sie können manche Lebensweichen
stellen, wenn die inn're Schau gelingt.
Blick in neue Welten ...

für Juna


10. April 2007

Unverständnis - das Verständnis

Unverständnis fühlt man dann und wann
Beim Gegenüber. Und ein Gedankensteg zerrann.
Die Brücke ist Verstehen.

Beim Gespräch oder im Zusammensein --
Ist man entzwei im Geist, ist man allein.
So kann man keinen Weg begehen.

Sei dieser Weg nun geistiger Natur,
Oder von weltlicher Struktur,
Man bleibt am Anfang der verhofften Reise.

Trifft jedoch die Seele ein bekanntes Herz,
Fliegt der Sinn oft himmelwärts.
Das Wort ist leicht, die Stimme leise.

Was auch immer das Gespräch bedinge,
Es erblüh'n Ideen, eine neue Sicht der Dinge.
Nicht selten löst sich hier und dort die Schranke.

Zwei Lichter leuchten hell,
Vereint in eine Richtung.
Was sie sehen, ist ein Gedanke.

30. Oktober 2006

---
Kommentar:
Ich geb Dir mal eine kleine Erläuterung dazu:
1) ist während der Beantwortung eines Mails entstanden, wiedermal nachts, 0:30
2) hat ein neues Versmaß:
aax bbx [ccy ddy] eez ffz
3) Ist in zwei gleiche Teile gegliedert: 3 Verse "dunkel" 3 Verse "hell", Der Übergang befindet sich genau in der Mitte, also genau innerhalb eines Versmaßes (ccy ddy)

Interpretation:Teil 1: Unverständnis, Gedankensteg zerrann, im Geist entzwei, kann man keinen Weg begehen, am Anfang der verhofften Reise
Teil 2: bekanntes Herz, himmelwärts, das Wort ist leicht, neue Sicht der Dinge, zwei Lichter leuchten hell.


Mögliche Deutung der Metaphern:
Gedankensteg: geistige Brücke, Verbindung
Das Wort ist leicht: Es fließen die Gedanken wie von Selbst, Ideen
Die Stimme leise: Stille, Konzentration, etwas Geistiges kann sich aufbauen, kontruktiv. Was ist, wenn die Stimme laut wird? Ist es nicht oft Streit, Zerstörung, Uneinigkeit?
Löst sich ein Schranke: Die Grenzen des Denkens, der Sichtweise, erweitern sich, man entdeckt in dem Gespräch Dinge, die man alleine nicht gesehen hätte.
Zwei Lichter: Das Licht steht für den Geist des Menschen.

30.Okt'06 - aus einem E-Mail an Juna

Gedicht als pdf

Donnerstag, 16. August 2007

Die Kraft des Wortes (islamische Geschichte)

Eine Geschichte erzählt von einem Sufi (islamischer Mystiker), der ein krankes Kind heilte. Er wiederholte einige Worte, dann gab er das Kind seinen Eltern und sagte: „Nun wird es gesund werden.“ Jemand, der dies nicht glauben wollte, warf ein: „Wie kann es möglich sein, dass irgend jemand durch ein paar wiederholte Worte geheilt werden kann?“
Von einem sanften Sufi erwartet niemand eine zornige Antwort, doch jetzt drehte er sich zu dem Mann um und entgegnete heftig: „Du verstehst nichts davon. Du bist ein Narr!“
Der Mann fühlte sich sehr beleidigt. Sein Gesicht rötete sich und er wurde sehr wütend. Der Sufi sagte nur ganz ruhig: „Wenn ein Wort die Kraft hat, dich wütend zu machen, warum sollte ein Wort nicht auch die Kraft haben, zu heilen?“
Hazrat Inayat Khan

Mittwoch, 4. Juli 2007

wie eine blume atmet ...

wie eine blume atmet
wie ein sonnenstrahl sich anlauscht
wie wasser riecht
wie erde tönt
und der regen spürt
die sterne duften
und die berge träumen
wie blätter schwingen
und den baum umfließen
wie der wind umstreicht
deren stille wärme
dampfend erhebt sich die
erde auf zu neuem leben
nieder sinkt des regens
frischer duft
der grashalm blickt
kühle atmend auf zur weiten luft
unendlich scheint der weg, die große kluft
doch wieviel trennt ihn von der sehnsucht weiter ferne
er möchte gehen, kann es nicht
er möchte fliegen ohne flügel

[in einem telefonat zusammen mit juna gedichtet]

Sonntag, 24. Juni 2007

Der Baum

Der Baum steht da
In luftge Höhen ragt er gar
In drei Tiefen führen Bodenzweige
Damit sich der Stamm auch unter Sturm nicht neige

Die Wolkenäste ragen weit gen Himmelszelt
Weit unten bleibt der Lärm der Welt
Der Baum bietet zwei Seelen seine Hand
Sie streben hoch und sehen Neues Land

Drei Tiefen:
Denken, Fühlen und Berühren
Geist, Seele und Körper

Samstag, 16. Juni 2007

Die Zeit ist wie ein Ozean

Die Zeit
Ist wie ein Ozean
Und die Flüsse
Sind wie die Ruhe,
Die ihn speist.
Und mögen Winde brausen
Die Tiefe bleibt doch still,
Weil sie nicht die fremden,
Sondern eigne Wege will.

Was ist das Geheimnis der Zeit?
Wieso haben so viele Leute heute so wenig Zeit? Haben sie wirklich wenig Zeit?
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Es wäre gut, wenn die Zeit konservierbar wäre und ich hätte mir früher schon einige Dosen vorbereitet, um sie heute öffnen zu können. Denn nun ist der Zeitpunkt gekommen, da Zeit Mangelware geworden ist.
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Die Zeit weicht in viele Richtungen. Aber wichtig ist nur, dass ich meinen ruhenden Mittelpunkt im Zeitenwirbel bewahre.
[Das Bild stammt von Odette Schirmer]

Dienstag, 12. Juni 2007

Einen Schritt zurück

Nur das, was man in sich abgebildet hat, erkennt man auch außen als Gestalt.

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Manchmal muss ich einfach aus dem Fluss heraustreten, in dem so viele Dinge fließen, den Alltag ausfüllen; wenn man zu lange drinnen schwimmt kommt man auf die Idee, die Grenze zwischen einem selbst und den Dingen zu verwischen. "Du bist, was du hast". Aber man trete zurück und betrachte diesen Fluss. Was ist nun wirklich wichtig im Leben, das Wichtige? Es ist doch wie bei einer Kamera, wenn man etwas zurücktritt, sieht man mehr.
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Dienstag, 5. Juni 2007

Entstehung des Lebens

Ein Grundgesetz der Natur lautet Entropie. Alles strebt dem größten Gleichgewicht aller Dinge – in unserem Sinne der Unordnung, dem Chaos – entgegen. Aus welchem Grund also sollte sich ein Stoff von sich selbst aus zu höherer Ordnung formen? Das wäre doch so, als beschlösse Wasser plötzlich, aus dem See den Berg hinaufzufließen, also entgegen die Schwerkraft zu streben.
Also stellt sich die Frage: Welche Kraft lässt das Wasser aufwärts fließen, welche Kraft verursachte die Wendung der Stoffe hin zur höheren Ordnung des Lebens? Welche Kraft hält alles Leben zusammen?

[das atom] Man stelle sich ein Fußballfeld vor, in der Mitte einen Kirschkern; um das Feld kreist ein Sandkorn. Das materielle Weltbild scheint also auf Sand gebaut, es steht im Nichts. Denn man geht heute davon aus, dass der Kirschkern und das Sandkorn auch nicht fester Stoff sind, sondern viel mehr Energiezustände; je weiter man in die sogenannte Materie vorstößt, desto weniger findet man von derselben.
Nach H.P. Dürr steht – je weiter man in die Tiefe der Materie vordringt – letztendlich am Anfang die Form.

Mittwoch, 16. Mai 2007

Wenn etwas zu-fällt

Es mag immer wieder Zu-fälle geben, wobei keinereiner es wirklich umfassend begründen kann, warum er immer wieder dann zufällt, wenn man es am wenigsten erwartet, aber es sich am meisten wünscht; und zwar sind sowohl die Zeit als auch der Ort und ebenso die Umstände das Erstaunlichste des ganzen Falles. Niemals aber wählt er, der Fall, durch seine nicht vorhandene Unbestimmtheit das rein beliebige, unvorhergesehene Ziel. Nein, vielmehr sucht er in seiner freien Gelenktheit das durch das All-Sein Vorhergedachte. Denn nichts bewegt sich durch sich selbst und niemand durch nichts. Immer steht das unsagbar Unergründliche hinter all den scheinbar nebelhaften Dingen, deren Dunst so manche Ursache eines Grundes schon verschleierte.

16. Mai 2007

Freitag, 20. April 2007

Feuer singt ...

es ist als hielte ich einen fernen silberstrahl in händen
als umschlössen meine finger ihn und fühlten dessen wärme

feuer singt
ein entferntes rauschen
der wind streicht sanft über die landschaft
wasser tanzt
musik schwingt noch in der luft
töne verhallen in der stille des fernen horizonts
die erde erbebt
in ihrer stillen kraft breitet sie ihre arme aus
und die urkräfte alles seins entfalten ihre stärke

Feuer singt ...

es ist als hielte ich einen fernen Silberstrahl
in Händen
als umschlössen meine finger ihn und fühlten
dessen wärme

feuer singt
ein entferntes rauschen
der wind streicht sanft über die landschaft
wasser tanzt
musik schwingt noch in der luft
töne verhallen
in der stille des fernen horizonts
die erde erbebt
in ihrer stillen kraft
breitet sie ihre arme aus
und die urkräfte
alles seins entfalten ihre stärke
---
Der enge Geist entfaltet nun
unaufhörlich seine feinen Sinne
Erwandelt sich im Seelenlichte
in unermesslich weiten Klang.

Wie fragend blickt er in dem
neuen Lichte zu fernen Bildern auf.
Beginnt sein neues Sein
In leis' erschallendem Getön.

20. Apr. 2007

Samstag, 2. Oktober 2004

Edel sei der Mensch

Edel sei der Mensch

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut,
Er schöpfe immer frischen Lebensmut!
Im Herzen bewahre er sich stets das Kind,
Dort sollen immer neue Fragen sein,
Offen und unbeschwert so wie der Wind
Von Charakter edel und im Sinne fein.
Im Denken vergesse er niemals das Herz,
Das Auge blicke himmelwärts!
Der Mensch soll nicht nur sehen,
sondern auch erkennen, was gegeben,
In seiner Mitte soll er es verstehen
Und das Verstand'ne gilt es anzuwenden hier im Leben.
Den Willen hat der Mensch dort in der Hand
und mit ihm die Gedanken fein wie Pulversand -
Was er tut - es steht ihm frei!
Er handle nach Gefühl sowie Verstand
Denn es ist nichts einerlei
In des Lebens weitem Land.
Wie gesagt - es liegt in seiner Hand.

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut
Er habe immer frischen Lebensmut!
In der Kraft, hier soll er bleiben
In der inn'ren Stärke ruh'n.
So kann er das, was er als gut empfindet
Sogleich und ohne Zweifel tun.
Er vertraue auf das Gute
Sei bewusst in dessen Licht
Entfalte darin seine Blüte
Erhelle sein Gesicht.
So wird er beschützt sein
Auf dem Wege, der ihm zugedacht
Sei es noch so dunkel, wo er steht
Es wird ihm leuchten, so er weitergeht

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut
In ihm ist immer frischer Lebensmut
Im Verstande klare Kühle und im Herzen warme Glut
Die Kraft des Lebens sei ihm gegeben
Damit er sie nutze und sie weitergebe
Und diese ihre Kreise zieht, sich mehre!

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut
Er IST frischer Lebensmut.

2.10.2004

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Dieser Text sei nicht als Anweisung zu betrachten,
vielmehr als Impuls für gute Gedanken.
Er wurde öfter missverstanden und dennoch
stelle ich ihn hier hinein, weil ich weiß,
dass er Gutes vermitteln kann.

Freitag, 18. Juli 2003

Der Freund

Das Leben ist kein Rad,
Vielmehr ist es eine Wiese
- ganz ohne Pfad.
Möglich ist die Lebenskrise:

Falls man ohne Ziel und ohne Kraft
Nichts mehr will und nichts mehr schafft.

So wichtig ist dann ein Freund,
- eine sehr vertraute Menschenseele -
Mit dem ein Hindernis schnell weggeräumt
Auf dass man sich nicht länger quäle.

„So“, spricht er „wähle!“
Willst du durchs Leben gehen
Mit trock’ner Kehle?

Steig vom Rad nun schnell herunter,
Das nur du selbst dir hast gebaut!
Geh’ durchs Leben frisch und munter!
Hast du vorher Gott vertraut?

Du hast bisher auch nur das bekommen,
Was du vorher aufgenommen!

Öffne nur dein Herz
Und gib ab nun diesen Schmerz
Der doch gar nicht deiner ist
Wieder der sein der du bist!

18. Juli 2003

http://m.gasperl.at/poesie/DerFreund.htm

Freitag, 11. Juli 2003

Die Kraft liegt in der Sanftheit

Die Kraft liegt in der Sanftheit
Die Sanftheit in der Kraft.

Die Kraft, sie kommt vom Herzen,
Leuchtet hell wie tausend Kerzen.

Behutsam ist sie und doch so stark.

In jedem Menschen soll sie erglühen
Und zur schönsten Pracht erblühen.

Die Kraft von der ich spreche,
Es ist die Kraft der Liebe –
Wenn sie doch nur immer bei uns bliebe!

Schaffen, gestalten, Gutes tun
Und zu den rechten Zeiten ruh’n.

Entdecken und bewahren wir sie
Jeden Tag erneut?

Weder im „Gerade eben“,
Noch in der Zukunft
Kann man leben.

Nur im Heute ist das Leben,
Das Nehmen und das Geben.

Gestern ist nur mehr ein Traum
Das Morgen eine Phantasie.
Im Heute stehen – kräftig wie ein Baum!
Hier spielt des Lebens Symphonie.

Und hier ist diese Kraft
Mit der das Leben immer Neues schafft.

Entdecken und bewahren wir sie
Jeden Tag erneut!


11. Juli 2003

http://m.gasperl.at/poesie/Die_sanfte_Kraft.htm

Samstag, 22. Februar 2003

Der Augenblick

Der Augenblick bleibt nie bestehen,
Doch es gibt viele neue, die kommen und vergehen.

Behalten können wir sie im Gedächtnis,
Aber das Leben ist ein Vermächtnis
Kein Behälter, in dem wir alles sammeln sollen,
Wie die Bienen ihren Pollen.

Wenn wir alles würden horten und dann sammeln,
Wird das Leben zum stehenden Gewässer,
In dem wir nicht mal richtig stehen,
Und werden trotzdem immer nässer.

Nicht viel Neues kommt hinzu.
Alles geht in gleichen Bahnen
Manchmal fragen wir uns dann "Wozu?",
Ohne dass wir des Lebens wahre Größe ahnen!

Stumpf wird es und zur Routine -
wir müssen einen Abfluss lassen!

Nicht aus des Alltags mahlenden Turbine,
sondern aus den frischen Lebensquellen
gilt es reichlich Wasser fassen!

Es kosten und entlassen.

So bleibt der Strom des Lebens stets bestehen
und wir können weiter gehen.

22. Februar 2003
http://m.gasperl.at/poesie/augenblick.htm