Freitag, 30. Dezember 2016

Das kleine Geschenk

Ich schenk' dir jetzt mal was:
Keine Cremes und Gold-Lotionen,
Weder Tee- noch and're Schlürf-Portionen,
Nicht mal dies und dann mal das.
Ich dachte an was Kleines, Feines,
Das schon etwas flüchtig ist,
Mit dem man einen Augenblick genießt -
Etwa eine Flasche, voll des Weines?
Nein, aber du errätst es grad :-)
So fern ist's deinen Augen nicht,
Ja: es ist ein ernstfreies Gedicht,
Nicht aus irgendeiner Lade.
Grade frisch hier hingeschrieben,
Reizt es dich zum Lächeln gar,
Im Gesicht - du wirst es grad gewahr,
Wo ist denn nur der Ernst geblieben?
Egal, er ist jetzt weggesprungen,
Und geht ein wenig auf die Reise,
Macht nichts, die Freude kommt auf diese Weise
Und hat heimlich dir dein Herz durchdrungen.
Auf dass es immer bei dir weile,
Dieses wärmend kleine Licht im Innern,
Möge es dich ganz durchschimmern,
Und wenn du's spürst, dann teile!

Gedicht zu Weihnachten 2016



Mittwoch, 28. Dezember 2016

Auf der Suche nach der neuen Uhr...

Auf der Suche nach der neuen Uhr,
erlebt' ich schon so mach Tortur.
Plastik, Holz, Titan, Metall -
Amzonens Schrott ist überall.

Ist der Zeiger edle Einfalt gar gesucht,
Muss der Finder reich sein und betucht.
Und digital gezeigter Zeitenlauf,
stößt manchem sauer auf.

Des Sandes Riesel aber in der Hand
Ist gefasst in lichtem Glas.
Und an der dünnen Wand
Erscheint das rechte Maß.

Vorbei ist der Sekunden Flucht,
Vorbei der Stunden Wucht.
~MiPa

Dienstag, 27. Dezember 2016

Der ruhende Kern


Soviel Zeit ist nun vergangen,
Soviel Augenblicke sind verstrichen,
Ganz kurze und auch die langen,
Die Zeiger sind gerannt und mal geschlichen ...

Die Welt um uns, sie schlendert und sie eilt ...
Im Innern aber ruht der lichte Kern,
Der ewig schon im Herzen weilt
Und der der Einheit niemals fern.

Über das Wetter in Salzburg...

Kommt nach Salzburg allesamt,
Es schneit nicht, es gibt kein' Regen...
Kein Graupel, keinen Sturm von Sand,
Keine brütend heiße Sonn' brennt deinem Haupt entgegen.

Kein Frost nagt deine Stiefel an,
Kein Nebel trübt die Sicht!
Bloß, hört man hier von jedermann:
Ein Wetter? Das habn wir nicht!

Sonntag, 21. August 2016

Glücklich ...


Glücklich, wer die wunderbare Zeit versteht,
Wer im Werden seines Lichtes geht,
Wer auch mal ein Licht verloren,
Denn nur aus der Finsternis wird neu geboren.
(Gedicht zur Weihnachtszeit 2015)

Verbundenheit

Aus dem Buch von Anselm Grün: Das Glück beginnt in dir. 

Der Esel, der Vater und der Sohn

Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagshitze durch die staubigen Gassen. Der Sohn führte und der Vater saß auf dem Esel.
“Der arme kleine Junge”, sagte ein vorbeigehender Mann. “Seine kurzen Beine versuchen, mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man nur so faul auf dem Esel sitzen, wenn man sieht, dass das Kind sich müde läuft?”
Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen.
Es dauerte nicht lange, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: “So eine Unverschämtheit! Sitzt doch der kleine Bengel wie ein König auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft.” Dies tat nun dem Jungen leid und er bat seinen Vater, sich mit ihm auf den Esel zu setzen.
“Ja, gibt es sowas?”, sagte eine alte Frau. “So eine Tierquälerei! Dem armen Esel hängt der Rücken durch und der junge und der alte Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus. Der arme Esel!”
Vater und Sohn sahen sich an, stiegen beide vom Esel herunter und gingen neben dem Esel her. Dann begegnete ihnen ein Mann, der sich über sie lustig machte: “Wie kann man bloß so dumm sein? Wofür hat man einen Esel, wenn er einen nicht tragen kann?”
Der Vater gab dem Esel zu trinken und legte dann die Hand auf die Schulter seines Sohnes. “Egal, was wir machen”, sagte er, “es gibt immer jemanden, der damit nicht einverstanden ist. Ab jetzt tun wir das, was wir selber für richtig halten!” Der Sohn nickte zustimmend.
(Aus dem Buch „Der Kaufmann und der Papagei“ von Nossrat Peseschkian.)